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„Glaubt nicht den Worten eines Lehrers“, sagt Diego Sensei, „glaubt auch nicht meinen Worten. Glaubt nur das, was O Sensei gesagt hat.“ Denn nur er hat das Aikido verstanden.Zu dem, was O Sensei hinterlassen hat, gehören auch die Lehren, die Diego Sensei immer wieder zitiert:

1. Nicht offen sein
Nage muss sich beim Ausführen der Technik stets so bewegen, dass er Uke (dem angreifenden Partner) keine Gelegenheit gibt, erneut zuzuschlagen; er darf sich keine Blöße geben.

2. Nicht in die Augen sehen
„Man darf dem Partner nicht in die Augen sehen, weil sie sonst unseren Geist einnehmen“, hat Morihei Ueshiba gesagt. „Man darf den Partner nicht ansehen, weil man das Ki des Partners ,anziehen' muss.“

3. Nicht warten
Es beginnt derjenige, der die Technik ausführt. Nage wartet nicht, bis Uke ihn angreift, sondern ergreift selbst die Initiative. Morihei Ueshiba hat gesagt, „wenn man die Techniken gut übt, also vor der Aktion des Gegners handelt, dann ist es, als würde man den Willen des Gegners erfüllen“. Nage soll vorher erkennen, was Uke tun will, und er soll seinen Partner führen.


Diego gibt zu, dass der letzte Satz ein Ideal ist. Nage soll „fühlen“, was Uke tun will, noch bevor der seinen Angriff begonnen hat. Das ist sehr schwer.

Um dieses Gefühl vielleicht irgendwann einmal zu entwickeln, soll Nage (also der „Verteidiger“) im täglichen Training stets beginnen. Nage lädt Uke quasi ein. Selbst das ist nicht immer leicht, wie dieser Kurs wieder einmal gezeigt hat.

Noch schwerer wird es, Uke anzuziehen, den Partner zu führen, ohne ihn dabei überhaupt körperlich zu berühren. Auch das haben wir mit Diegos Hilfe versucht.

Das Training mit Diego Sensei und den anderen Aikidoka aus Palma war beeindruckend. Das war allerdings auch nicht anders zu erwarten: So schnell bekommt man nicht die Gelegenheit, mit so vielen Dan-Trägern zu üben.  Mit Diego Espinosa waren unter anderem Francisco Fernández Simón (4. Dan Aikikai Tokio), Antonio Matamalas Pascual (3. Dan), Mateo Verd (3. Dan), Jaime Oliver Alorda (3. Dan), José María Polo Peromarta, José María Polo Peromarta und Victoria Espinosa Salvá nach Neuruppin gekommen. Für uns war es eine Ehre.

Und es hat unwahrscheinlich viel Spaß gemacht, mit ihnen zu trainieren. Dass das Aikido Spaß macht, war Diego Sensei das Wichtigste.

Neben dem klassischen Aikido standen an zwei Tagen Bojutsu-Übungen auf dem Programm.

Die Übungen mit dem Stock sollen helfen, die richtigen Bewegungen beim Aikido zu verstehen und zu verinnerlichen. Bojutsu sollte deshalb so oft wie möglich zum Training gehören, sagt Diego – dabei geht es nicht nur darum, die Katas des Masakatsu-Bojutsu zu lernen, die Hikitsuchi Sensei von O Sensei überliefert hat. Für das Training sind viel kleinere Schrittfolgen und Bewegungen wichtig. Wer das wahre Wesen des Aikido verstehen will, muss zuerst die Techniken verstehen.

Und noch etwas hat uns Diego Sensei mit auf den Weg gegeben:  Wer glaubt, dass er eine Technik beherrscht, der irrt sich. Die Techniken verändern sich ständig, und ständig muss man Aikido neu lernen.

Etwa 30 Aikidoka waren diesmal zu unserem Kurs ins Sportcenter nach Neuruppin gekommen. Sogar eine Gruppe aus Georgien hatte sich angekündigt, musste dann aber wieder absagen, weil die Frist zu knapp war, um ein Visum für Deutschland zu bekommen. 2007 wird es hoffentlich wieder einen Lehrgang mit Diego Espinosa in Neuruppin geben.

 

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